ORS Group  |  Stellungnahme

Richtigstellung der tendenziösen
und nachweislich falschen
Berichterstattung im «Blick», 27.6.2022

 
Seit der Invasion russischer Truppen in die Ukraine haben inzwischen mehr als 57’ooo Ukrainerinnen und Ukrainer Zuflucht in der Schweiz gefunden. Alle engagierten Akteure - Behörden, Organisationen und Private – sehen sich vor grosse Herausforderungen gestellt. Die Berichterstattung über die
geleistete Arbeit ist leider nicht immer auf dem Niveau, die wünschenswert wäre, um eine Polemisierung zu verhindern.

 

ORS wehrt sich gegen die einseitige und nachweislich falsche Berichterstattung, die im Blick vom 27. Juni publiziert wurde. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die nicht vorhersehbare Herkulesaufgabe rund um die Aufnahmen, Unterbringung und Betreuung von Schutzsuchenden aus der Ukraine nicht dieselben Dienstleistungen in der sonst üblichen Servicequalität mit sich bringen kann.

Nach der tendenziösen Berichterstattung haben sich die erwähnten Ukraine-Flüchtlinge mit einem zweiten Brief an ORS gewandt. Sie stellen klar, dass sie unter einem anderen Vorwand auf ihre Anliegen aufmerksam machen wollten und entschuldigen sich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachfolgend nehmen wir zu den gegen ORS erhobenen Vorwürfen Stellung:


Um Geld geprellt:


ORS ist vom Auftraggeber, in diesem Fall ist es der Kanton Bern, beauftragt, das Zahlungsmanagement der Lohnzahlungen und Sozialhilfe für die Flüchtlinge operativ zu übernehmen. ORS erfüllt als Intermediär selbstverständlich die ihr übertragenen Aufgaben zeitgerecht und stets in Einklang mit allen Gesetzen.


ORS prellt niemanden um Geld. Diesen im «Blick» am 27.6.2022 erhobenen Vorwurf weisen wir aufs Schärfste zurück. Sämtliche Lohnzahlungen und Gelder der Sozialhilfe gelangen korrekt an die Empfängerinnen und Empfänger. Betreffend Lohn- und Sozialhilfezahlungen bemühen wir uns um eine
zeitgerechte Information für die Flüchtlinge wie auch Erklärung des komplexen Sozialhilfe-Systems in der Schweiz, respektive in den Kantonen. Bei ORS erfolgt die Information über diesen sensitiven Bereich stets über qualifiziertes Personal, und deshalb ist es angesichts der grossen Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine hier zu Verzögerungen gekommen. Der im Blick geschilderte Fall einer verzögerten Auszahlung von Unterstützungsleistungen erfolgte, aufgrund der Verzögerung zwischen Eingang der Lohnabrechnung und der Endabrechnung. Die Auszahlung des Grundbedarfs erfolgte jedoch in jedem Fall rechtzeitig.


Mangelnde Information:


Durch den Ukraine-Krieg ist ORS wie alle anderen Flüchtlingsorganisationen stark gefordert. Wir bedauern, dass es teilweise zu Informationsdefiziten gekommen ist. Innert kürzester Zeit wurden die Personal-Ressourcen verstärkt, sodass wir seit dem 14.06. in der Lage sind, die unterstützten Personen den fallführenden Sozialberaterinnen und Sozialarbeitern zuweisen zu können. Ein entsprechendes Informationsschreiben wurde an die Flüchtlinge ausgehändigt und in der Kollektivunterkunft aufgehängt. Zudem werden die in den Kollektivunterkünften lebenden Personen mit Info-Material auf Ukrainisch und in persönlichen Gesprächen teilweise in Anwesenheit von Dolmetschern auf veränderte Bedingungen und den Ablauf der Betreuungsprozesse hingewiesen.


Ukraine-Flüchtlinge, die von ORS in Burgdorf betreut werden, können sich jederzeit an das anwesende ORS-Personal wenden. Diese geben insbesondere bei Alltagsfragen gerne Auskunft bzw. leiten Anliegen an die zuständigen Fachpersonen weiter.


Keine oder zu wenig medizinische Behandlung:


ORS führt medizinische Behandlungen nicht selbst durch. Bei medizinischen Fragen oder gesundheitlichen Problemen wird an lokale Ärzte oder Spitäler verwiesen. Diese beurteilen dann, wie dringlich die Behandlung ist und leiten weitere entsprechende Schritte ein. Es ist möglich, dass
Wartezeiten für Menschen entstehen, die nach Einschätzung der zuständigen Stellen (nicht ORS) nicht dringend behandelt werden müssen. Je nach Behandlungsaufwand wird eine Kostengutsprache eingeholt. Die zahnärztlichen und kieferorthopädischen Behandlungsanfragen haben seit der
Aufnahme von Ukrainer*innen massiv zugenommen.


Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Lösung der anstehenden Probleme und wollen den Ukrainerinnen und Ukrainern den Aufenthalt in der Schweiz so angenehm wie möglich gestalten. Unsere Auftraggeber können sich wie bis anhin auf die professionelle Ausübung der an ORS
übertragenen Aufgaben verlassen. Wir nehmen die Verantwortung gegenüber den Behörden sehr ernst, gehen immer haushälterisch mit den zur Verfügung stehenden Mitteln um und begegnen den Flüchtlingen aus der Ukraine mit grossem Respekt.


Gleiches erwarten wir auch von Medienschaffenden. Begleiten Sie uns kritisch, bleiben Sie aber fair. Wir stellen uns dem Dialog, sofern er nicht in einer Sackgasse endet.

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